Archiv für den July, 2007

Philo mit der Kettensäge. Das Zürcher Philosophiemassaker. Volume V

Monday, July 30th, 2007

Donnerstag, 30. August, 20:00, Cabaret Voltaire, Spiegelgasse 1, Zürich. Eintritt: 15.-

Schluss mit den schöngeistigen Wohlfühl- und Schmuseveranstaltungen! Philosophie muss auch weh tun können. Wir denken bis Blut fliesst!

Volume V: Die Kunst des Rumgammelns

Gestalte dein Leben! Verwirkliche deine Ziele! Arbeite an deiner Persönlichkeit! Und: Geniesse deine Freizeit!
Wie kommts, dass wir, wenn wir gerade mal nicht ums nackte Überleben kämpfen, uns dem ständigen Terror der Selbstoptimierung aussetzen und vom Yoga zur Abendschule, vom Partyexzess zur Therapie hetzen? Wartet das Glück nicht unterm Kopfkissen?

Unsere Gesellschaft scheint getrieben von einem Ethos der ständigen Geschäftigkeit, der zunehmenden Produktivität und des unaufhörlichen Fortschritts. Nichts zu tun, sich mit Unnützem abzugeben oder sich mit dem Erreichten zu begnügen gilt dagegen als anrüchig, ja schon beinahe als moralisch verwerflich. Diese Haltung schlägt sich mit unverminderter Vehemenz auf der Ebene des individuellen Lebens nieder, wo die Anforderungen an den einzelnen Menschen ständig zunehmen. Und dies nicht nur im Berufsleben, sondern auch im Privaten. Selbst, oder vielleicht gerade wenn es um unser persönliches Glück geht, sehen wir uns dem allgegenwärtigen Imperativ ausgesetzt, möglichst alles zu tun um möglichst viel heraus-zuholen. Mit Eifer und Beflissenheit gehen wir den unterschiedlichsten Beschäftigungen nach, von denen wir uns erhoffen, dass sie uns ein lustvolleres und erfüllteres Leben bescheren. Und wir arbeiten hart an uns selbst, um den Anforderungen zu genügen, die das Glück in der Gestalt von Freizeit, Beziehungen, Gesundheit, Wohlstand oder sozialer Anerkennung an uns stellt. Absurderweise führen diese Anstrengungen jedoch häufig gerade zum gegenteiligen Effekt und zu so perversen Konsequenzen wie Burnout, Selbstausbeutung oder dem Phänomen des Freizeitstresses. Spätestens dann stellt sich die Frage, wozu das Ganze? Was läuft schief beim ehrgeizigen Projekt der Selbstverwirklichung? Sollte es nicht zugunsten des verschmähten Rumgammelns und -trödelns abgebrochen werden? Und falls ja, sind wir über-haupt noch dazu in der Lage, uns dem Genuss der Untätigkeit hinzugeben? All diesen Fragen und noch vielen mehr werden wir in gewohnt unkonventioneller Manier auf die Pelle rücken.

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hirnblutung :: die Fünfte :: die Zusammenfassung :: Wie steht es um die Autonomie der Kunst?

Tuesday, July 10th, 2007

Zu meiner Freude sind letzten Mittwoch wieder einmal etwas mehr Leute erschienen, was zu einer relativ bunten Mischung von TeilnehmerInnen führte. Zur Diskussion standen zwei respektive drei Themen. Zum einen gab es meinen schon im Netz platzierten Vorschlag über das Konzept der Kunstautonomie zu diskutieren. Dann wurde die Frage eingebracht, ob sich der Mensch durch irgend ein Merkmal (beispielsweise so etwas wie eine Seele) in einer Weise von der übrigen Natur unterscheidet, dass er sich von ihr fundamental bzw. qualitativ und nicht bloss graduell abhebt. Der dritte, jedoch wieder zurück gezogene Vorschlag wollte der Frage nachgehen, wie die Menschheit mit ihren Ressourcen umzugehen habe, insbesondere mit Wasser und Öl. Das wie immer hochkomplexe Abstimmungsprozedere ergab einen knappen Entscheid zugunsten meines Vorschlages. Ich hatte ihn im Vorfeld schon formuliert und zitiere ihn daher hier nochmals:

“Wie steht es um die Autonomie der Kunst?

Der erwähnte aktuelle Anlass besteht darin, dass Philipp Meier, Direktor des Cabaret Voltaire, implizit mit der Kündigung gedroht wurde, da er in seinem Haus wiederholt allzu ‚provokativen’ künstlerischen Arbeiten Raum geboten hat. Die Hirschhorn-Affäre um die Pro Helvetia-Stiftung wirft jedoch im Prinzip dieselben Fragen auf. (more…)

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Und wieder einmal entdecken die Wissenschaftler das Glück

Friday, July 6th, 2007

Das geht natürlich nur, so lange die Philosophinnen nicht zu den Wissenschaftlerinnen gezählt werden…

Aus der Zeit online: http://www.zeit.de/2007/28/Gl-ck_1?page=all

Schneller? Reicher? Glücklicher!

Von Uwe Jean Heuser und Rüdiger Jungbluth

Wachstum ist nicht gleich Wohlbefinden. Die Wirtschaft sollte die Menschen zufrieden machen, sagen Forscher – und streiten darüber, wie sich das Glück vermehren lässt. (more…)

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