Archiv für den October, 2007

Anstehendes Wahldebakel zweiter Ständeratssitz

Friday, October 26th, 2007

Liebe Frau Diener, Liebe Frau Galladé

Ich möchte Ihnen hiermit meine masslose Enttäuschung über Ihr politisches Verhalten der letzten Tage mitteilen. Als Symphatisant linksgrüner Politik hätte ich mich sehr darüber gefreut, wenn Sie sich auf eine einzige Kandidatur hätten einigen können. Dabei hätte es für mich keine so grosse Rolle gespielt, wer von Ihnen beiden gegen Herr Maurer angetreten wäre, da ich mich mit Ihrer beider Politik viel eher identifizieren könnte als mit jener von Herrn Maurer.
Mit Ihrem Entscheid gegeneinander anzutreten, haben Sie ihre Chancen auf den Ständeratssitz auf null herab gesetzt. Nicht nur, dass Sie eine breite WählerInnengruppe dazu zwingen, sich zwischen Ihnen zu entscheiden, wird dazu beitragen, dass Herr Maurer den Sitz schon jetzt gebucht hat. Fast noch wichtiger wird sein, dass Ihr Vorgehen ein schlechtes Licht auf ihre Persönlichkeit wirft. Zumindest sehe ich hinter Ihrem Verhalten keinerlei politisches Kalkül, sondern nur von persönlichem Ehrgeiz und Machtstreben getriebenen Starrsinn. Ich bezweifle, dass die WählerInnen Ihnen dies als Charakterstärke anrechnen werden. Stimmen gewonnen hätten Sie, wenn eine von Ihnen beiden die Grösse an den Tag gelegt hätte, zugunsten der gemeinsamen Sache zu verzichten. Es ist mir daher ein Rätsel und es tut mir schon fast weh, wie Sie gerade bei der Ständeratswahl, wo es neben der Parteizugehörigkeit immer auch um die Persönlichkeit geht, die Wertschätzung der WählerInnen so sehr verspielen konnten.
Ich nehme an, dass Sie das anders sehen. Vielleicht ist meine Einschätzung ja nicht ganz repräsentativ und ich spreche nur für mich. Die Wahlen werden es zeigen.

Mit freundlichen Grüssen - imre hofmann

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hirnblutung :: die Siebte :: die Zusammenfassung :: Wie vertragen sich Aufklärung und Religiosität?

Friday, October 19th, 2007

Da die letzte Diskussion schon wieder eine Weile zurück liegt und weil ich selber versucht war, die Argumente ein wenig systematisch zu ordnen, will ich nicht dafür garantieren, dass der Text den Gesprächsverlauf korrekt wieder gibt. Ich hoffe, dass er das wenigstens sinngemäss tut. Ich hab mich zugegebenermassen ein wenig schwer mit ihm getan.
Die Diskussion unterschied sich im Vergleich zu den vorangegangen dadurch, dass einige der Anwesenden schon relativ klare Ansichten zum Thema hatten und diese auch in die Debatte einbrachten. Das trifft übrigens auch auf mich als Verfasser dieses Textes zu.
Das lag wohl nicht zuletzt daran, dass wir mangels Alternativen über das von mir im Netz vorgeschlagene Thema diskutierten. Ich hatte die Fragestellung folgendermassen formuliert:
„Kann man in der aufgeklärten Welt noch religiös/spirituell sein, ohne sich wieder hinter die Einsichten der kritischen Vernunft zurück zu begeben? Und wenn ja, wie?
Im Zuge des reaktionären Backlashs ist allerorts vom Revival der Religionen der Rede. Das könnte uns ja egal sein, wenn uns nicht auch im Privaten plötzlich vermehrt Menschen begegnen würden, die uns zu unserem grossen Erstaunen ihren Glauben bekennen. Also statt das Phänomen mit Desinteresse zu bestrafen, wäre es vielleicht angebracht, sich wieder einmal damit auseinanderzusetzen und sich dabei auch der eigenen Positionen zu vergewissern.
Die philosophische Aufklärung bezog einen grossen Teil ihres Antriebs aus der Bekämpfung religiöser Dogmen und Vorurteile, denen sie den mündigen Gebrauch der Vernunft entgegen setzte. Lässt sich Religiosität mit einem aufgeklärten Bewusstsein verbinden oder gibt es fundamentale Widersprüche, die einen dazu zwingen, religiöse oder spirituelle Überzeugungen und Ambitionen zugunsten eines aufgeklärt-atheistischen Weltbildes aufzugeben? Wie könnte/müsste eine aufgeklärte und undogmatische Religiosität aussehen?“ (more…)

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Abendkurs “Philosophische Lebenskunst” an der EB-Zürich

Friday, October 5th, 2007

Liebe Philosophieinteressierte

Ab Ende Oktober werde ich voraussichtlich jeweils montags den Abendkurs “Philosophische Lebenskunst” an der EB-Zürich anbieten. Der Kurs ist öffentlich ausgeschrieben und somit jedem und jeder Interessierten zugänglich.
Ich persönlich vertrete ja die Auffassung, dass wir im Westen mit der zunehmenden Auflösung kollektiv-verbindlicher Weltdeutungen und Handlungsdirektiven in eine äusserst unangenehme und teilweise auch bedrohliche existenzielle Situation versetzt wurden. Wer sich aufgrund seines eigenen Verstandes durch das Leben und die Welt schlagen will, braucht daher neue Mittel und Wege zur Bewältigung von Alltagsproblemen und Grenzsituationen wie auch zur Verwirklichung der eigenen Wünsche und Ideale. Deshalb halte ich so etwas wie eine philosophische Lebenskunst für die produktive Auseinandersetzung mit den grundlegenden Fragen unseres Daseins für ziemlich dringlich. Ob und in welchem Masse die Philosophie der Lebenskunst hier tatsächlich hilfreiche Antworten liefern kann, werden wir vor Ort gemeinsam zu klären versuchen.
Ich würde mich freuen, sollte sich der eine oder die andere von euch angesprochen fühlen und an dem Kurs teilnehmen.
Weitere Infos findet ihr hier:

http://hirnblut.elenchos.ch/?cat=19
Kursbeschreibung bei der EB-Zürich
Liebe Grüsse - imre

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