Archiv für den February, 2008

Philo mit der Kettensäge :: Das Zürcher Philosophiemassaker :: Volume VI

Friday, February 29th, 2008

Donnerstag, 13. März, 20:00, Cabaret Voltaire, Spiegelgasse 1, Zürich. Eintritt: 15.-

Schluss mit den schöngeistigen Wohlfühl- und Schmuseveranstaltungen! Philosophie muss auch weh tun können. Wir denken bis Blut fliesst!

Volume VI: Wir stiften eine Religion

Gott ist tot. Aber manchmal vermissen wir seine Güte und Strenge doch sehr. Könnten wir nicht einen neuen bekommen? Vielleicht einen, der uns noch lieber ist und dem wir besser Sorge tragen?
Willkommen beim grossen Do-It-Yourself-Workshop für religiöse Fanatiker! Wir geben dem Intelligent Design eine neue Bedeutung. Hammer, Blut und Hingabe mitbringen!
Wollten Sie nicht schon immer Ihre eigene Kirche gründen? Dann packen Sie die Gelegenheit beim Schöpfer und stellen Sie ihre messianischen Fähigkeiten unter Beweis! Scharen Sie Ihre AnhängerInnen mit unwiderstehlichen Heilsversprechen um sich und stechen Sie Ihre KonkurrentInnen im Wettstreit um die grösste Gefolgschaft aus. Mit ein wenig theologischer Raffinesse wird es ihnen gelingen, die Sehnsüchte unserer ausgezehrten Seelen zu stillen und das Feuer entrückter Begeisterung in uns zu entfachen. Opfern Sie die Vernunft auf dem Altar der übersinnlichen Verzückung und erwecken Sie uns aus dem Schlummer der säkularen Verblendung. Pflügen Sie das brachliegende Feld der religiösen Verheissung und lassen Sie uns teilhaben an der alleinseligmachenden Offenbarung!

Seit die Herren Bush und Bin Laden die Privatsache des Glaubens wieder auf die politische Agenda gesetzt haben, gehört es selbst im säkularen Europa wieder zum guten Ton, sich in aller Öffentlichkeit zu bekennen. Und nachdem auch noch die Medien auf den Zug aufgesprungen sind, kommt man als interessierter Zeitgenosse kaum mehr darum herum, sich eine eigene Meinung in religiösen Fragen zu machen. Das Zürcher Philosophiemassaker nimmt sich der Herausforderung an und lädt ein darüber nachzudenken, ob und welche Religion angesichts der gegenwärtigen Lebensbedingungen überhaupt noch bestehen kann.

Tag:

hirnblutung :: die Zwölfte :: Mo, 3. März :: Cabaret Voltaire

Wednesday, February 27th, 2008

Liebe MitdenkerInnen
Schon kommenden Montag gibts wieder die Gelegenheit zur gemeinsamen philosophischen Debatte. Wie immer um acht im Cabaret Voltaire an der Spiegelgasse 1. Ihr habt wieder die Möglichkeit unter folgender Adresse vorgängig Themenvorschläge zu platzieren:
http://hirnblut.elenchos.ch/?p=128
Beim letzten Mal ging ja die Diskussion nach Abschluss der offiziellen Debatte erst so richtig los. Vielleicht mag sich ja noch jemand daran erinnern, welche Themen da plötzlich alle noch dringendst erörtert werden mussten. Ich habe selber schon zwei Vorschläge meinerseits eingebracht, für den Fall, dass sich wieder niemand traut.
Ansonsten bitte ich euch wie immer, die fünf Stutz und eigene Verpflegung mitzubringen, da die Bar zu sein wird.
Ich freu mich auf euer Erscheinen.
Liebe Grüsse - imre
PS: Am Donnerstag, 13. März, geht übrigens das nächste Philosophiemassaker über die Bühne…

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hirnblutung :: die Elfte :: Was soll man sich unter dem Bösen vorstellen?

Tuesday, February 26th, 2008

Zur Auswahl standen drei Themen, die Entscheidung fiel auf einen Vorschlag, den ich schon im Netz eingebracht hatte und den ich daher wiederum gleich zitiere:
„Was soll man sich unter dem Bösen vorstellen?
Das Böse ist eine (moralische und theologische) Kategorie, die kultivierte Menschen in der Regel nicht mehr gebrauchen. Als negative Seite einer binären Unterscheidung scheint sie der Komplexität der Verhältnisse nicht gerecht zu werden. Deshalb vermeidet man sie lieber und betrachtet Leute, die sie nach wie vor gebrauchen, als geistig rückständig (vgl. Bushs Image). Trotzdem scheint es mir fraglich, ob sich die Kategorie einfach so erübrigt. Zum einen ist sie ja schlichtweg die Opposition zum (moralisch) Guten, auf das wir ja auch nicht einfach so verzichten wollten. Des weiteren könnte es ja auch eine elegante Art und Weise sein, sich seiner eigenen moralischen Verantwortung zu entziehen, wenn man Handlungsweisen mit negativen Absichten oder Folgen nur noch aufgrund struktureller Gegebenheiten und Notwendigkeiten beschreibt. Verliert man damit nicht jene Fälle aus den Augen, wo Menschen Dinge tun, die nicht anders als als böse zu bezeichnen sind? Oder gibt es das gar nicht?
Sofern man aber am Begriff des Bösen festhalten möchte, was hätte man sich darunter vorzustellen? Eine metaphysische Instanz, oder sogar eine Personifikation (der Teufel)? Oder ist das Böse nur das Fehlen des Guten oder schlicht ein Kriterium zur moralischen Beurteilung von Handlungen? Gäbe es das Böse nur unter Menschen, oder liessen sich damit auch andere Phänomene bezeichnen? Wo wäre der Sitz des Bösen zu verorten, woher stammt es, lässt es sich auf etwas anderes zurück führen? Und wie wäre damit umzugehen?“ (more…)

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