Tue. 27. Jan. 2009 12:24 PM
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Selbst und Vernunft
Liebe Philosophieinteressierte
Ich lade euch hiermit zum nächsten Philosophiemassaker ein. Wie immer gehts darum, anstelle schöngeistiger Reden von erlauchten Hochdenkern die ungeschliffenen Überzeugungen und Argumente des Publikums aufeinander prallen zu lassen, um im enthemmten diskursiven Schlagabtausch möglichst unerwartete Einsichten zu Tage zu fördern.
Zum Thema: Es gibt nur wenig, was den PhilosophInnen so lieb ist wie die Vernunft. In der abendländischen Philosophiegeschichte garantierte die Vernunft die Verheissung auf das Wahre, Schöne und Gute. Diesen herausragenden Status hat die Vernunft im letzten Jahrhundert eingebüsst, als zunehmend deutlich wurde, welche Verheerungen im Namen der Vernunft angerichtet werden können. Da der Verzicht auf die Vernunft keine echte Option ist, stellt sich die Frage nach der Stellung, die wir ihr heute einräumen wollen, und nach dem Verhältnis, das sie zu anderen Anteilen unserer Person einnehmen soll.
Unten gibt es noch den Programmtext. Ich freu mich auf euer Erscheinen.
Liebe Grüsse - imre
Das Zürcher Philosophiemassaker
Schluss mit den schöngeistigen Wohlfühl- und Schmuseveranstaltungen! Philosophie muss auch weh tun können. Wir denken bis Blut fliesst!
Volume VII: Der Wahn der Vernunft
Die Vernunft hat ihre unbestrittenen Verdienste. Leider verliert sie bisweilen das rechte Augenmass. Gönnen wir ihr doch einmal ein Nickerchen, wagen wir einen Blick hinter die Rockfalten ihrer normativen Strenge und frönen wir unseren verborgenen Gelüsten.
Beginn: 20:00 (7. Februar)
Eintritt: 15.-
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Selbst,
Vernunft
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Wed. 28. Nov. 2007 04:43 PM
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Authentitzität, Konvention und Selbst
Zur Diskussion standen drei Themen. Das Rennen machte die oben genannte Fragestellung. Ich hatte sie schon im Netz platziert, so dass die meisten Anwesenden sie schon kannten. Um die Problematik darzustellen, musste ich etwas ausholen, da sie die Kenntnis gewisser wissenschaftlicher Auffassungen impliziert. Zitat:
„Im naiv-alltäglichen Verständnis gehen die meisten Leute davon aus, dass es so etwas wie Authentizität gibt und dass es sich dabei um einen erstrebenswerten Zustand handelt. Statt von Authentizität wird manchmal auch von Eigentlichkeit geredet, oder davon, dass man bei sich bzw. sich selbst ist. Diese Redeweise scheint davon auszugehen, dass es so etwas wie ein wahres oder echtes Selbst gibt, das häufig von einem falschen oder oberflächlichen Selbst verdeckt wird und das man daher zu suchen und dem man treu zu sein hat. Beim entgegen gesetzten Zustand spricht man häufig auch von Künstlichkeit oder Entfremdung.
Diese Vorstellung von Authentizität ist relativ verbreitet und scheint ihre Grundlage in persönlichen Erfahrungen bzw. Beobachtung zu haben. Sie geriet im Zuge der EssentialismusKritik des letzten Jahrhunderts zunehmends in Verruf. Seit wir wissen, dass wir im gesellschaftlichen Kontext immer - auch in den intimsten Beziehungen - soziale Rollen (Lehrerin, Sohn, etc.) spielen, dass wir unser ‚Innenleben’ immer mit Medien (Sprache, technische Medien etc.) artikulieren, äussern und kommunizieren müssen und seit in der Philosophie der Rekurs auf ein definierbares Wesen (des/eines Menschen) in den Totalitarismusverdacht geraten ist, scheint der Glaube verpönt zu sein, dass es hinter diesen Masken und Medien noch etwas davon Unabhängiges geben könne, worauf man hinzielen soll und dem man etwas schuldig sei. Versteht man Kultur als zeichenvermitteltes, reflexives Abstandnehmen von der Natur, so müsste man behaupten, dass Authentizität dem Kulturtier Mensch bloss noch als sehnsüchtige Erinnerung an einen verlorenen Zustand gegeben ist, ihm als erlebbare Wirklichkeit aber letztlich verwehrt bleibt.
Die Relevanz der Fragestellung ergibt sich für mich folglich aus der Kluft, die zwischen philosophisch und wissenschaftlicher Kritik am Authentizitätskonzept einerseits und der persönlichen Erfahrung von Echtheit bzw. Künstlichkeit oder Entfremdung andererseits besteht. Wie lässt sich diese Kluft angemessen interpretieren? Lässt sich ein Authentizitätsbegriff denken, der mit der genannten Kritik verträglich ist? Was spricht für und was gegen Authentizität?“ Weiterlesen »
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